Wie Veränderungen uns beeinflussen und wie wir sie nutzen können

Ich erfahre und beobachte es immer wieder in meinem eigenen Leben. Veränderungen kommen täglich oder meistens auch noch häufiger. Sie finden in jeder Minute statt, nur fällt es mir selbst oft gar nicht auf. Manchmal sind es nur ganz kleine, fast banale Dinge die sich ändern, ab und zu sind es aber auch weit greifende größere Veränderungen. Meine Erklärung darüber, warum wir viele Änderungen im Leben nicht mögen, ist folgende:

Warum wir persönliche Veränderungen nicht mögen

Wenn wir im Hier und Jetzt leben, sind wir ganz präsent. Und das ist wichtig und richtig so. Aber oftmals bewegen wir uns gedanklich in der Vergangenheit – oder in der Zukunft. Sobald wir gedanklich dort sind, können wir gar nicht mehr präsent sein, sprich, in diesem Augenblick sein. Du nimmst Dir selbst die Möglichkeit, die Dinge genau jetzt zu beobachten, zu fühlen, zu sehen und dann dementsprechend zu handeln.

Im Hier und jetzt sein

Mir stellt sich hier immer wieder die gleiche Frage: Warum fällt es mir so schwer, im Hier und jetzt zu sein, beziehungsweise zu bleiben?

Ich habe darauf mittlerweile viele Antworten gefunden, einige werde ich Dir hier darstellen. Natürlich habe ich mich auch viel damit beschäftigt, was ich tun kann, um nicht ständig wieder abzudriften oder mich abzulenken. Das ist nämlich einer der ersten Punkte, auf die ich gestoßen bin.

In meiner alltäglichen Welt lasse ich mich gerne ablenken. Warum? Es ist einfach häufig anstrengend, immer bei der Sache zu bleiben, in voller Konzentration. Und das nicht nur bei einer richtigen Aufgabe, die ich vielleicht zu erledigen haben, nein, auch dann, wenn ich eigentlich nicht viel zu tun habe – oder gerade deswegen. Das ist eine Art von unbewusstem Widerstand.  Denn wir lieben die Gewohnheit – und zu verändern heißt, das Gewohnte zu verlassen. (Zu dem Thema Widerstand werde ich in Kürze noch einen weiteren Artikel veröffentlichen. Sei gespannt!)

Mein Verstand, meine Psyche und mein Körper sind super intelligente Werkzeuge. Gebe ich meinem Verstand eine Aufgabe, setzt er natürlicher weise alles daran, um diese Aufgabe zu lösen. Der Verstand denkt über das Thema nach, sucht Lösungen, zeigt mir auf, wie diese oder eine andere Lösung sich in meinem Leben auswirken. Oder er zeigt mir emotionale oder körperliche Reaktionen, die dabei entstehen.

Was passiert in mir, wenn mich etwas überfordert?

Eine Herausforderung oder eine mögliche große Veränderung im Leben steht also vor mir – was passiert dann in meinem Körper und meinem Geist?

Wenn ich es aus einer Distanz betrachte passiert doch folgendes: Nehmen wir mal an, eine Person teilt mir etwas mit, mit dem ich nicht gerechnet habe. Etwas Ungewöhnliches, etwas Herausforderndes. Ich war vielleicht nicht auf diese Mitteilung eingestellt. Sofort stellt sich in mir ein ungutes Gefühl ein. Das kein sein, ich fühle mich unsicher, ängstlich oder einfach nur überfordert in diesem Moment. Ja, die Angst ist ganz schnell da, auch wenn mir mein Verstand sicher erklären kann, dass es gar nicht nötig ist, ängstlich zu sein. Aber es ist neu, ungewohnt – und ich fühle vielleicht gerade jetzt, dass ich das neue Unerwartete nicht bewältigen kann.

Die Angst ist da – warum ist das so?

Realistisch betrachtet kann ich selbst ja gar nicht behaupten, dass ich diese neue Situation nicht bewältige, da ich es ja noch gar nicht ausprobiert habe. Aber mein kluger Verstand sucht in Sekunden schnelle Antworten, also sucht nach gleichen Erfahrungsmustern, die in ihm abgespeichert sind. Und sicherlich findet er davon einige, nur welche, sind mir in diesem Augenblick nicht bewusst. Erst wenn ich erforsche, woher diese Reaktion kommt, werde ich fündig. Nur machen wir das im Alltag häufig gar nicht oder viel später.

Mein Gehirn sucht also in den alten Verhaltens-, Gefühls- oder Körpermustern nach Vergleichbarem, nach ähnlichen Erlebnismustern. Und damit sind oftmals auch ungute Erlebnisse präsent. Die guten Erfahrungen sind häufig weniger schnell präsent, obwohl es diese natürlich auch gibt. Das ist eine der Erklärungen, warum sich so schnell eine Unsicherheit oder sogar eine Angst auftaucht. Viele dieser unguten Gefühle sind häufig unbewusst, deshalb erkennen wir sie oftmals nicht direkt in diesem Augenblick.

Zeitgleich stellen sich Bilder oder Vorstellungen der neuen Situation ein. Oder es ist einfach nur ein überwältigendes Erlebnis und ich spüre in Sekundenschnelle viele verschiedene Gefühle, die mich in diesem Moment einfach überfordern. Dieser Moment fordert mich heraus, ich verlasse in diesem Augenblick meine Komfortzone – auch wenn es nur in Gedanken oder der Vorstellung passiert. Und das alles macht zuerst einmal Angst!

Das kann Angst vor dem Unbekannten, dem Neuem sein, Angst vor einer Überforderung, Angst, eine Situation nicht mehr kontrollieren zu können. Natürlich macht auch die gefühlte Unsicherheit Angst. Und es gibt natürlich noch viele mehr.

Angst – und wie Du sie meisterhaft überwinden kann

Ein Gefühl der Angst kommt also auf, was kann ich jetzt tun? Beruhigen ist eine natürliche und gute erste Reaktion darauf!

Eine förderliche Reaktion auf diese emotionale Überforderung ist, sich erst einmal auf eine natürliche Weise zu beruhigen. Dabei hilft mir auch mein Verstand. Eine Möglichkeit ist, dass der Verstand sehr schnell erkennt, ob ich überfordert bin und ob er diese Mitteilung erst einmal verdrängt. Das ist nicht die ideale Lösung, aber es passiert sowieso unterbewusst. Wenn ich mich nach einiger Zeit wieder gefasst habe und ich mir bewusst mache, was gerade passiert ist, kann ich mir normalerweise schnell die verdrängten Inhalte zurück holen und sie dann bearbeiten.

Sei präsent und achtsam mit Dir!

Die weitere Möglichkeit ist, in diesem Moment präsent und achtsam zu bleiben, die aufkommenden Gefühle tatsächlich zu fühlen, zu integrieren und bewusst zu versuchen, nicht vorschnell zu handeln. Es dauert nämlich eine Weile, bis ich nach einer emotionalen Überreaktion wieder klar und strukturiert denken kann.

Die verloren gegangene Kontrolle zurück finden

Wenn ich es schaffe präsent zu bleiben, alle aufkommenden Gefühle wahrzunehmen und gegebenenfalls durch mich durch fließen zu lassen, habe ich gewonnen! Ich habe mich in diesem Augenblick nicht von meiner Angst überwältigen lassen und ich finde die verloren gegangene Kontrolle zurück. Außerdem gibt es mir mein sicheres Gefühl zurück.

Eine andere Lösung, die Angst einzugrenzen ist, auf Deine Gefühle und Gedanken zu achten. Erforsche Deine Gefühle und Gedanken und lasse Dich nicht so sehr von ihnen beeinflussen. Meistens wissen und fühlen wir genau, ob die Angst realistisch ist, oder ob sie nur in unserem Kopf stattfindet. Und das ist ein sehr großer Unterschied. Wenn Du herausgefunden hast, dass die auftauchende Angst nicht real ist, dann legt sie sich recht schnell wieder und die Gefühle normalisieren sich. Auch kommt Dein Körper wieder zur Ruhe, das Nervensystem entspannt sich.

Deine persönliche Veränderung ist gleichzeitig Deine neue Chance!

Wenn Du von nun an lernst, präsent und achtsam zu sein, lernst Du Dich auf eine ganz neue Art kennen. Du erforscht Deine geistigen und körperlichen Reaktionen, die Dir zudem einiges über Dich persönlich bewusst machen werden. Das können Deine immer wieder kehrenden Lebensthemen sein. Oder Du siehst die Menschen, mit denen Du Dich umgibst, in einem neuen Licht. Außerdem wird Dir einiges klar über Deine partnerschaftlichen oder familiären Beziehungen, die in Deinem Leben stattfinden.

Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, Deine Angst in den Griff zu bekommen, aber davon erzähle ich Dir in einem anderen Blogartikel.

Veränderung als Chance nutzen

Wenn Du bereit bist, kannst Du eine Veränderung als wunderbare Möglichkeit nutzen, in Deinem Leben einen Schritt nach vorne zu gehen. Denn nicht umsonst schenkt das Leben Dir diese Chance, die Du nutzen kannst.

Natürlich kannst Du auch an dem Bisherigen festhalten, dann bleibt erst einmal alles so, wie es ist. Dann fühlst Du Dich wieder sicher, Du kannst Dein Leben wieder besser kontrollieren und alles geht seinen gewohnten Lauf.

Doch willst du das wirklich? Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum uns immer wieder in regelmäßigen Abständen solche Gelegenheiten geboten werden? Das Leben zeigt uns, dass wir wieder an eine Weggabelung angekommen sind.

Verändere Dich – und Du veränderst damit Dein Leben!

Du kannst Dich jederzeit wieder neu entscheiden, welchen Weg Du gehen möchtest. Gehst Du den Weg der alten Gewohnheit, der Sicherheit und bleibst in Deiner Komfortzone wie bisher. Oder Du entscheidest Dich, den neuen, etwas unsicheren aber sicher auch interessanteren Weg einzuschlagen.

Dieser Weg führt Dich weiter nach vorne – der andere Weg führt Dich wieder in die gewohnte Sackgasse zurück.

Also, überlege es Dir genau, wie Du zukünftig reagierst. Fange an Dich zu beobachten in solchen herausfordernden Situationen – und reagiere nicht zu vorschnell. Lasse Dir Zeit für eine Entscheidung – denn jeder Schritt den Du tust, prägt Dein weiteres Leben.

Sei Dir dessen bewusst!