Heimweh – was Du als Elternteil dagegen tun kannst

Sicher kennst Du das – Du möchtest gerne einmal als Paar oder Alleinerziehende/Alleinerziehender eine kleine Auszeit haben. Daraufhin vereinbarst Du mit Deinen Kindern, dass sie für ein Wochenende oder länger zu den Großeltern oder anderen Verwandten gehen. Vielleicht auch in eine Ferienfreizeit! Zu Beginn ist das alles super, aufregend und alle planen voller Enthusiasmus. Und dann, wenn die Zeit der Trennung näher rückt, kommen Nachfragen von den Kindern – und vielleicht auch Zweifel bei Dir/Euch! Bitte nehmt diese Situation ernst. Nehmt die Gelegenheit wahr und redet schon bei der Planung mit den Kindern über ihre Zweifel und Ängste. Auch Du, als Papa oder Mama, oder Ihr beide, solltet auch mit Freunden oder einem Therapeut reden. Somit könnt Ihr euch vielleicht einige Sorgen und schlaflose Nächste ersparen! Nun gut – die Kinder sind in ihrem Domizil angekommen – auch hier ist am Anfang alles oftmals gut. Aber dann kommt die erste Nacht oder ein Streit, sei es mit anderen Kindern oder Betreuern. Dann ist es oftmals da – das Heimweh!

Was kannst du im Vorfeld tun

  • Im allgemeinen gilt: Je kleiner die Kinder – desto kürzer sollte der Aufenthalt außerhalb des Zuhauses sein. Bis zu einem Alter von ca. 10 Jahren sollte die Abwesenheit nur maximal eine Woche betragen, größere Kinder bis 16 Jahren können auch bis zu zwei Wochen bleiben. Aber auch hier ist immer die Persönlichkeit ihres Kindes zu beachten. Wenn es ein ängstliches Kind ist, plane eine nicht zu lange Zeitspanne ein. Habe, wenn möglich, einen Plan B im Gepäck (beispielsweise früher abholen ist möglich, verlängern eventuell auch).
  • Seit für eure Kinder mindestens ein- bis zweimal in der Abwesenheit erreichbar – das geht gut per Telefon, Skype oder WhatssApp/SMS. Dieses gilt vor allem für Kinder, die das selber möchten. Zur Not, falls es Dir schwer fällt, spreche zwischendurch mit den jeweiligen Betreuern und erkundige Dich nach dem Wohlergehen Deines Kindes. Aber rufe nicht täglich an, schicke WhatsApp-Nachrichten oder Bilder. Das kann zusätzlich zu Verwirrungen führen. Die Distanz kann nämlich auch für Dich und Deinen Partner wichtig sein! Ein weiterer Vorteil ist: die Freude wird riesengroß sein, wenn ihr euch wieder seht!
  • Das Handy sollte prinzipiell nur zu gewissen Zeiten am Tag benutzt werden – dann wird auch verhindert, dass die Kinder zuviel im Internet surfen, etc. Die Betreuer sollten über die Vereinbarungen informiert sein und diese kontrollieren.

Falls Dein Kind Angst hat

  • Falls Dein Kind Angst hat,vor allem abends oder nachts, sorge vorher dafür, dass ein Ansprechpartner ganz in der Nähe ist. Oder Dein Kind sollte ohne große Probleme den Betreuer aufsuchen können – auch nachts! Dein Kind braucht Sicherheit – besonders, wenn Du als Bezugsperson nicht da bist.
  • Nimm dir genügend Zeit, um über Ängste und Bedenken zu sprechen und mache Deinem Kind Mut. Vielleicht erzählst du ihm oder ihr auch, wie es Dir früher damit ergangen ist, was schönwar, was es zu erwarten gibt – und auch, dass er oder sie vielleicht mal Heimweh bekommt!
  • Gebt Euren Kindern ein Kuscheltier oder Spielzeug mit, was ihnen wichtig ist. Gut ist es auch, ein Foto der Eltern, der Bezugsperson oder auch des Haustieres mitzugeben – aber als richtigen Ausdruck – nicht nur im Handy! Vielleicht magst Du Deinem Kind zum Abschied eine ganz persönliche Sache schenken. Oder du leihst den Gegenstand aus bis zur Deiner Rückkehr (eine Kette, ein Stein, etc). Dieses Symbol ist sozusagen ein Zeichen für eure gemeinsame Verbundenheit.
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Was die Betreuer während der Abwesenheit tun können

  • Lasse den Kindern genügend Zeit bei der Eingewöhnung – gib Deine Kinder nicht einfach ab, kalkuliere genug Zeit ein vor Ort, um alles kennen zu lernen. Das Zimmer, das Haus und die Umgebung. Das gilt natürlich auch für den Erstkontakt mit dem Betreuer, falls sie oder er den Kindern vorher nicht bekannt ist.
  • Als Betreuer widme den den (verängstigten) Kindern Deine liebevolle Aufmerksamkeit. Natürlich gehört nicht nur das Zuhören dazu, sondern auch regelmäßige Rituale, die den Kindern Sicherheit und das Gefühl des Vertrauten geben. Dieses können beispielsweise sein: Abends und morgens in den Arm nehmen beim Guten Morgen oder Gute Nacht sagen, eine Geschickte vorlesen oder hören, ein kleines Licht brennen lassen und die Tür offen lassen – was auch immer die Kinder benötigen. Sei kreativ und im Zweifelsfall frage die Kinder, was sie sich wünschen.
  • Achte und schätze gut die Grenzen der Kinder ein – sei nicht zu vorsichtig oder aber auch nicht zu herausfordernd. Bitte kläre das gut mit den Eltern im Vorfeld ab. Aber auch hier gilt – frage die Kinder, was sie sich wünschen – und probiere es aus.
  • Achte dabei aber auch auf das Nein-sagen-dürfender Kinder. Überfordere die Kinder nicht – ein Nein hat auf jeden Fall seinen Grund!
  • Gib den Kindern regelmäßige Aufgaben zu erledigen – seien es Kleinigkeiten im Haushalt oder Verantwortung für Tiere oder andere Dinge zu übernehmen. Natürlich alles dementsprechend altersgemäß. Auch regelmäßige Aufsteh- und Essenszeiten sind gut und wichtig als Struktur gebende Maßnahme. Hintergrund hierzu ist aber, dass das Kind spürt, dass es gebraucht wird und das es diese Aufgaben mit Bravur erledigt!
  • Lobe die Kinder regelmäßig – und sei es beispielsweise nur für Kleinigkeiten (zum Beispiel: Toll, dass Du so pünktlich zum Essen kommst…. oder …. Super, dass Du mir hilfst!)

Was wichtig ist für die Kinder

  • Nein-Sagen ist erlaubt!Wenn die Kinder verzweifelt sind – und das geben sie oftmals nicht zu – dürfen sie gerne auch etwas ablehnen. Rede bei Bedarf und einem Vorfall direkt mit ihnen darüber – und nimm die Gründe der Kinder ernst.
  • Gut ist es, wenn die Kinder nicht alleine verreisen müssen – vielleicht könnt ihr als Eltern dafür sorgen, dass eine Freundin/ein Freund mit fährt. Oder es dort Kinder im passenden Alter gibt. Das ist oftmals ein Garant für ein gutes Gelingen!
  • Lasst den Kontakt zu den Eltern oder dem Elternteil zu, wenn das Kind darauf besteht – oftmals reicht es, nur kurz die Stimme zu hören und das Gesicht zu sehen – bleibe liebevoll und geduldig. Ihr werdet dafür mit einem zufriedenen und glücklichen Kind belohnt!

Leider ist der kurze Fernsehbeitrag vom 19.07.2017 aus der ZDF Kindersendung „Logo“ nicht mehr verfügbar. Wenn Du Fragen hast oder Anmerkungen, melde Dich ruhig bei mir. Oder schaue dir weitere Informationen auf meiner Seite Erziehungsberatung an. Ich wünsche Euch und Euren Kindern eine gute und wunderbare gemeinsame Zeit.

Herzliche Grüße – Anja Josten

 

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